Schulgesetze in Berlin und Brandenburg

Jedes Bundesland hat seine eigenen Schulgesetze. Für Eltern, die durch einen Umzug das Bundesland wechseln, bedeutet dies, sich mit den jeweilig geltenden Regelungen vertraut zu machen. Einen Überblick über die Schulgesetze in den Ländern Berlin und Brandenburg finden Sie hier:

Rechtsvorschriften Berlin 

Verwaltungsvorschriften Brandenburg

Die Rechtsgrundlage für Berliner Schülerinnen und Schüler

Im Berliner Bildungssystem ist der Umgang mit (gravierenden) Lese-Rechtschreibschwierigkeiten bzw. Rechenstörung in Verordnungen festgelegt. Regelungen dazu finden sich für

die Grundschule in der Grundschulverordnung  vom 19. Januar 2005 und den Ausführungsvorschriften Rechenstörung (AV) bzw.

für die weiterführenden Schulen in der Verordnung für die Sekundarstufe I vom 31. März 2010 und der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VO-GO) vom 18. April 2007.

In der Grundschulverordnung  wird sehr deutlich auf die Unterscheidung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und einer gravierenden Lese-Rechtschreibstörung hingewiesen. Lese-Rechtschreibschwierigkeiten liegen vor, wenn Schüler besondere Schwierigkeiten beim Erlernen und beim Gebrauch der Schriftsprache und des Lesens haben, die nicht ursächlich auf zu geringe Kenntnisse der deutschen Sprache oder auf sonderpädagogischen Förderbedarf zurückzuführen sind. Sie müssen erheblich vom übrigen Leistungsvermögen abweichen. Gravierende Lese-Rechtschreibstörungen liegen vor, wenn trotz allgemeiner und zusätzlicher Förderung keine Mindestleistung erreicht werden konnte.

Betroffene Schüler haben die Möglichkeit einen Nachteilsausgleich (Link zu Nachteilsausgleich) zu beantragen. Der Nachteilsausgleich endet bei einer Rechenstörung Ende der 6. Klasse. Bei einer Lese-Rechtschreibschwäche Ende der 9. Klasse. Der Nachteilsausgleich kann das Aussetzen der Lese- und Rechtschreibleistung (nur in der Grundschule) beinhalten. Bei einer Rechenstörung ist in schweren Fällen das Aussetzen der Benotung in den Jahrgangsstufen 3 und 4 möglich. Für die Dyskalkulie sind aktuell keine gesetzlichen Regelungen für die Sekundarstufe I und II vorhanden.  

Bei den Abschlussprüfungen Berufsbildungsreife (BBR), Erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR), Mittlerer Schulabschluss (MSA) und Abitur wird bei einer gravierenden Lese-Rechtschreibstörung auf Antrag die Zeitverlängerung genehmigt.

Besprechen Sie mit den Lehrern Ihres Kindes die Verordnungen und welche Möglichkeiten sich für Ihr Kind daraus ergeben.

Weitere Informationen und Materialien (zum Beispeil den LRS-Leitfaden) finden Sie auf der Internetseite des Bildungsservers Berlin und Brandenburg.

Die Rechtsgrundlage für Brandenburger Schülerinnen und Schüler

Dieser Abschnitt wird aktuell überarbeitet.